J.K. Rowling setzt auf Kinderkunst
Auch Harry-Potter-Autorin J.K. Rowling illustrierte mit Kinderzeichnungen eines ihrer Bücher.
Knapp 14 Jahre nach Erscheinen des letzten Harry-Potter-Bandes veröffentlichte J.K. Rowling mit «Der Ickabog» erstmals wieder ein Kinderbuch. Und zwar mitten in der Coronakrise als Millionen von Kindern zu Hause festsassen.
Kinder zwischen 7 und 12 Jahren wurden aufgerufen, Illustrationen zu den 34 Kapiteln online einzureichen. Und so entstanden 26 Ausgaben in 25 Sprachen mit den Gewinner-Illustrationen aus den jeweiligen Sprachregionen. Allein in Deutschland, Österreich und der Schweiz schickten rund 500 Kinder 1178 Zeichnungen ein.
Zwei Zeichnungen stammen von den Brüdern Nelio und Lion aus dem bernischen Lengnau. Sie vertreten im 352 Seiten starken Buch mit ihren Illustrationen die Schweiz und sind damit Teil einer wunderschönen Geschichte über Schlaraffien, einem Land, das für sein Essen weitum berühmt war – jede Stadt für ihre eigene Spezialität.
Regiert wurde Schlaraffien von König Fred dem Furchtlosen, furchtlos deshalb, weil er einmal eine Wespe gefangen und totgeschlagen hatte, ganz alleine, wenn man die fünf Diener und den Stiefelknecht nicht mitzählte.
Oder mit anderen Worten, er war ein ziemlicher Hasenfuss, verfangen in den Intrigen seiner Berater Lord Spuckelwert und Schlabberlot, die geschickt an seiner Eitelkeit herumzupften, mit der alten Legende vom Ickabog ein fragiles Lügengebilde konstruierten und mit kritischen Denkerinnen und Denkern kurzen Prozess machten.
«Der Ickabog» ist ein spannendes, rasantes und humorvolles Märchen über politische Intrigen mit durchaus ernsten Absichten, das fast schon zur Parabel für Ungeheuerlichkeiten wird, die vor unseren Augen derzeit weltweit stattfinden. Das Märchen ist also auch eine gute Möglichkeit, Kindern die politischen Hebel, derer sich gewisse Machthaber bedienen, anschaulich zu erklären.
J.K. Rowling geht es dabei um Motive, die sie schon immer interessierten, wie sie im Vorwort beschreibt: Wie kann es geschehen, dass das Böse von einer Person oder einem Land Besitz ergreift, wie lässt es sich bezwingen und warum entscheiden sich Menschen, Lügen Glauben zu schenken, trotz spärlicher oder gänzlich fehlender Beweise.



